Gonarthrose - Was ist das?

Gonarthrose ist eine langsam fortschreitende, degenerative Erkrankung (Arthrose). Diese kann sich in allen Gelenken wiederfinden. Für unser Fachgebiet ist die Kniegelenksarthrose relevant. Durch den degenerativen Verschleiß im Kniegelenk kommt es zu einem Abbau der Knorpelsubstanz. Die Knorpelsubstanz ist wichtig, da sie als Gelenkpuffer fungiert – bei einem Kniegelenk folglich als Dämpfung zwischen dem Ober- und Unterschenkel. Durch die Abnutzung werden massive Schmerzen bei den Betroffenen ausgelöst, vor allem beim Beugen des Gelenks, beim Treppensteigen und nach längerem Liegen oder Sitzen. Eines der klassischen kardinalen Symptome ist der sogenannte „morgendliche Anlaufschmerz“ verbunden mit einer Steifheit. Diese Beschwerden lassen nach, sobald der Patient sich ein wenig bewegt hat.

Wenn ein Gelenk bereits verschlissen ist, kommt es oft zu entzündlichen Zuständen. Diese Phase nennt sich: „aktivierte Gonarthrose“. Es gilt, die Entzündungsphasen durch entsprechende Therapie des behandelnden Arztes möglich kurz zu halten. Eine Unterstützung dieser Therapie können wir mit unterschiedlichen Hilfsmitteln leisten.

Wir unterscheiden für unsere Therapiemöglichkeiten zwei verschiedene Arten der Gonarthrose (Kniearthrose):

  • Mediale Gonarthrose: innerer Anteil des Kniegelenks (Valgus Gonarthrose)
  • Laterale Gonarthrose: äußerer Anteil des Kniegelenks (Varus Gonarthrose)

Diese zwei Arten der Kniegelenksarthrose sind oft mit einer sogenannten „X- oder O-Beinstellung“ vergesellschaftet.

Ursachen können sein:
Ein altersbedingter Abbau der Knorpelmasse ist die häufigste Ursache. Zudem können auch angeborene oder erworbene Fehlstellungen ein Auslöser sein oder zumindest begünstigend wirken. In diesem Fall spricht man von einer Varus- oder Valgus-Gonarthrose.

Schweregrad der Gonarthrose

Arthrose-Stadien I bis IV

  1. Gonarthrose Grad I
    Die Knorpelschicht im Knie ist unbeschädigt, aber weich. Der Betroffene ist noch weitgehend beschwerdefrei und die Funktion des Gelenks ist noch nicht beeinträchtigt.
  2. Gonarthrose Grad II
    Erste Schäden in der Knorpelzellstruktur können auftreten, die Knorpeloberfläche ist angeraut. Beschwerden und Funktionseinschränkungen des Kniegelenks treten in diesem frühen Stadium einer Kniearthrose meist noch nicht auf.
  3. Gonarthrose Grad III
    Die Knorpeloberflächen sind beschädigt. Es bilden sich erste Risse. Der Betroffene leidet unter Gelenkbeschwerden, da sich die Knorpelschicht inzwischen abgerieben hat.
  4. Gonarthrose Grad IV
    Totaler Knorpelverlust – die freiligenden Knochen liegen aufeinander, eine Entzündung wird dadurch aktiviert.

In erster Linie ist eine Abklärung durch den behandelnden Facharzt unumgänglich!

Eine fundierte Diagnostik ist Grundlage für jede Therapie.

Typische Anzeichen sind:

  • Die Schmerzen im Knie beim Treppensteigen sowie beim Gehen auf unebenem Gelände.
  • Die Schmerzen sind nach längeren Ruhephasen zu Beginn der Bewegung stark (Anlaufschmerz), lassen dann langsam nach, tauchen aber nach anhaltender Belastung wieder auf (Belastungsschmerz).
  • Durch das Tragen schwerer Gegenstände verstärken sich die Beschwerden.
  • Im weiteren Verlauf kann eine Schwellung sicht- und tastbar werden.
  • Im fortgeschrittenen Stadium können beim Bewegen des Knies knirschende und knackende Geräusche zu hören sein.
  • Bei feuchtkaltem Wetter ist das Gelenk besonders empfindlich.

Ziel ist es, die Mobilität zu erhalten und die Bewegung zu erleichtern!

Sport und Bewegung ist ein „Muss“! Schmerzen führen zu einer Schonhaltung, was unbedingt vermieden werden sollte. Eine Schonhaltung führt zu zusätzlichen gesundheitlichen Problemen. Hier kann man im Rahmen einer ganzheitlichen Bewegungsanalyse und deren Auswertung mehr Informationen erhalten und Lösungsansätze finden.
Man bedenke: Bewegungsmangel ist einer der Hauptfaktoren für Arthrose sowie vieler anderer Erkrankungen und Haltungsinsuffizienzen.
Muskelaufbau durch ein spezielles Training fördert die Muskeln, Kraft und Koordination. Durch Bewegung wird der Knorpel genährt und entsprechend wird mehr Gelenkschmiere produziert, so dass es zu einem geringeren Abrieb kommt. Das Gelenk erlangt eine bessere Gleitfähigkeit.

Welcher Sport eignet sich bei Gonarthose?

Bei der Auswahl der Sportart sollte man darauf achten, keinen Sport mit ruckartigen Start- und Stopp- Bewegungen zu wählen. Günstige Sportarten mit sanften, gleichmäßigen Bewegungen sind empfehlenswert:

  • Schwimmen
  • Wassergymnastik
  • Qi Gong
  • Radfahren
  • Golf
  • Skilanglauf
  • Walken
Schwimmen
Wassergymnastik
Radfahren
Golf
Skilanglauf
Walken

Therapiemöglichkeiten:

Gonarthrose ist eine degenerative Erkrankung. Eine Therapie kann die Erkrankung nicht rückgängig machen. jedoch gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, welche die Schmerzen lindern und den Alltag erleichtern:

Konservative Therapie

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Orthopädische Hilfsmittel (beispielsweise Einlagen, Bandagen, Orthesen)
  • Physio- oder Bewegungstherapie
  • Physikalische Therapie (beispielsweise Magnetfeldtherapie, Ultraschall, elektrische Stimulation, Stoßwelle)
  • Naturheilkunde (beispielsweise Akupunktur)
  • Quarkwickel
 
 

Medikamentöse Therapie

  • Medikamente (Schmerzmittel, Entzündungshemmer)

Operative Maßnahmen

Hierzu klärt Sie Ihr behandelnder Arzt ausführlich auf.

Je nach Grad der Arthrose empfehlen wir:

  • Eine Ganganalyse und daraus resultierende individuelle Therapieeinlagen
  • Kniegelenksorthese